Hier gehts zum News-Archiv · Diese Seite drucken

Die Schulzufriedenheit an der Inselschule gibt leicht nach

Die Schulzufriedenheit an der Inselschule gibt leicht nach

Umfrageergebnisse auf konstant hohem Niveau. Dennoch gibt es vor allem in ein paar Klassen Verschiebungen, die genau analysiert werden sollten.

Die alljährliche Umfrage zur Schülerzufriedenheit ist inzwischen fester Bestandteil des Schullebens der Inselschule. Diese Maßnahme des Qualitätsmanagements wird von Schülern, Lehrkräften und Schulleitung gleichermaßen ernst genommen. Die Umfrage dient zum einen der Rückmeldung für weitere Impulse zur Verbesserung der Schulqualität und zum anderen als Gesprächsanlass zur Verständigung über den Schulalltag und seine unterschiedliche Wahrnehmung. Ziel ist es, alle Beteiligten im Dialog zu halten und so für die Weiterentwicklung der Schulqualität mit in die Verantwortung zu nehmen.

Gesamtzufriedenheit immer noch über 90%

Nachdem die Gesamtzufriedenheit im letzten Schuljahr den absoluten Spitzenwert von 95% erreicht hatte, gab sie dieses Jahr leicht auf 93% nach. Gerade weil es auch an der Inselschule manchmal zu unschönen Auseinandersetzungen zwischen Schülern kommt, ist es besonders erfreulich, dass das subjektive Sicherheitsempfinden noch einmal ganz leicht auf 92% (gegenüber 91% im letzten Jahr) zulegen konnte. Das hängt wohl auch damit zusammen, dass mittlerweile 89% (84%) über das entsprechende Beratungsangebot informiert sind. Die Sicherheit könnte wahrscheinlich noch weiter erhöht werden, wenn sich Beteiligte bei Konflikten noch mehr als bisher an die dafür zuständigen Lehrkräfte und Schüler wendeten, wie z.B. die Schulsozialarbeiterin, das Mobbing-Interventions-Team oder die Streitschlichter. Denn, so die Philosophie der Schule, am besten beigelegt werden Konflikte dadurch, dass die Beteiligten selbst Verantwortung dafür übernehmen.

Trotz verzögerter Sanierungen fühlen sich die Schüler im Gebäude wohl

Auf die offene Frage, was an der Inselschule unbedingt zu verbessern sei, waren die drei absoluten Spitzenreiter die Sanierung der Toiletten, die Sitzgelegenheiten in der Pausenhalle und das zweite Fußballtor auf dem Schulhof. In diesen Antworten schwingt sicher auch die Enttäuschung darüber mit, dass diese Projekte schon mehrfach versprochen, aber noch nicht realisiert wurden. Zumindest in der Frage der Toiletten ist eine Lösung in Sicht. Die Aufträge zur Grundsanierung der Jungen WCs in den Sommerferien und der Mädchen WCs in den Herbstferien sind definitiv erteilt.

Angesichts dieser Tatsachen ist es erstaunlich, dass sich 88% (83%) im Schulgebäude und in den Klassenräumen wohlfühlen. Die Schule wird das trotzdem zum Anlass nehmen, um sich weiterhin besonders für eine Verbesserung der Pausenhalle einzusetzen. Und auch das zweite Fußballtor sollte über Sponsoring endlich zu beschaffen sein.

Freundliche Vorbilder sind Voraussetzung für Zufriedenheit

Als erste Anlaufstelle für große und kleine Probleme haben sich die Mitarbeiterinnen des Sekretariats wieder einmal absolute Spitzenwerte erarbeitet. 97% (95%) honorierten die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft bei der Bewältigung von unvorhergesehenen Ereignissen und den Widrigkeiten des Schulalltags. Zu den schulischen Binsenweisheiten gehört die besondere Bedeutung der Hausmeister für eine funktionierende Schule. Daher ist es mehr als erfreulich, dass auch in diesem Bereich die Akzeptanz mit 80% (78%) weiter zulegen konnte. Zu den Stärken einer eher kleinen Schule wie der Inselschule gehört sicher auch der Bekanntheitsgrad der Schulleitung. So gibt auch in diesem Jahr eine große Zahl 96% (94%) an, die Schulleitung zu kennen und bei Bedarf als hilfsbereit zu empfinden.

Auch wenn es in der Hektik des Schulalltags manchmal in Vergessenheit gerät und das subjektive Empfinden zeitweise ein anderes ist, sollte nicht unerwähnt bleiben, dass wieder 94% der Schülerinnen und Schüler anführen, ihre Lehrkräfte zu respektieren.

Weiter verbessern konnten sich die Lehrkräfte hinsichtlich ihrer Kernkompetenzen, nämlich in der Fachkompetenz mit 98% (95%) und in der Unterrichtsvorbereitung mit 94% (89%) gibt es kaum noch Anlass zur Kritik.

Lehrkräfte und Unterricht

Bei den sensiblen Kernfragen „Die Lehrkräfte sind an meiner schulischen Entwicklung interessiert“ und „Meine Lehrkräfte tragen dazu bei, dass ich gerne lerne“ konnte die positive Tendenz des letzten Jahres mit 80% (Jahr 2011: 78%) bzw. 55% (Jahr 2011: 53%) stabilisiert werden. Abgesehen davon, dass in diesen Kategorien noch weitere Steigerungsmöglichkeiten bestehen, zeigt sich gerade an diesen Fragen eine allgemeine, bedenkenswerte Tendenz der diesjährigen Umfrage: Es gibt bei den meisten Antworten eine Verschiebung von den Spitzenkategorien hin zum Durchschnitt, d.h. es wird weniger „trifft voll zu“ und „trifft nicht zu“ genannt und dafür mehr „trifft eher zu“ bzw. „trifft eher nicht zu“.

Diese Tendenz zeigt sich auch bei der Zufriedenheit mit dem Unterricht. Das sind wie im Vorjahr 89%, aber davon sind nur noch 25% „voll zufrieden“ gegenüber 30% im letzten Jahr. Entgegen diesem Trend hat die Methodenvielfalt auch in der höchsten Kategorie zugelegt: 82% (71%) der Schülerinnen und Schüler geben an mit vielfältigen Methoden unterrichtet zu werden, davon sagen 28%, dass das voll zutrifft (Vorjahr: 25%). Außerdem meinen die meisten Schüler, nämlich 91% (90%), dass ihnen im Unterricht Gelegenheit gegeben wird, eigenständig zu lernen und zu arbeiten. Hier scheinen sich die verschiedensten Impulse in Form von Fortbildungen seit der letzten Schulinspektion langsam bezahlt zu machen. Die Inselschule wird diesen Weg konsequent weiterverfolgen und hat sich für das kommende Schuljahr wieder für die Teilnahme am „niedersächsischen Konzept zur Verbesserung der Unterrichtsqualität“ beworben. Das scheint auch deswegen geboten, weil es in der Frage der passgenauen Unterrichtsanforderungen kaum Bewegung gegeben hat. Immer noch 25% der Schüler empfinden die an sie gestellten Anforderungen im Unterricht als zu schwer und 19% als zu leicht. Gerade für die leistungsheterogenen Gruppen der Oberschule bedeutet das, dass noch mehr als bisher mit Methoden der Binnendifferenzierung gearbeitet werden sollte, um das subjektive Gefühl der Über- bzw. Unterforderung weiter einzudämmen.

Die Einschätzung der Alltagstauglichkeit der Unterrichtsinhalte hat sich hingegen weiter verbessert. Dass sie das, was sie im Unterricht lernen, im Alltag gebrauchen können, geben 68% der Schülerinnen und Schüler an (Vorjahr: 65%). Auch im Lehrer- Schülerverhältnis zeigen sich überwiegend erfreuliche Tendenzen: Von ihren Lehrkräften ernst genommen, fühlen sich 85% (82%) und gerecht beurteilt 84% (83%).

Immerhin 78% (79%) meinen, dass ihre Lehrkräfte eine freundliche Atmosphäre in der Klasse fördern bzw. haben den Eindruck, dass sie sich untereinander absprechen nämlich 78% gegenüber 75% im letzten Jahr.

Bei den vielfältigen Anforderungen, die heutzutage an die Schule gestellt werden, gerät manchmal das vorrangige Ziel aus den Augen: Schule soll es jungen Menschen ermöglichen, sowohl fachlich als auch sozial jeden Tag etwas dazuzulernen. Daher ist es aus Sicht der Schule besonders erfreulich, dass gerade bezüglich des Unterrichts die Wahrnehmung der Schüler von Jahr zu Jahr günstiger ausfällt. 90% (81%) der Schüler geben an, im Unterricht viel zu lernen.

Angst im Unterricht?

Keine wesentliche Verbesserung konnte leider bei der Aussage „Ich habe Angst, im Unterricht etwas falsch zu machen“ erzielt werden. Das äußern immer noch 26% der Schüler (Vorjahr 27%).

Um diese Ängste abzubauen, sind in erster Linie die Lehrkräfte gefragt. Es geht darum, bei den Schülern ein Verständnis von Lernen zu entwickeln, das auch Fehler zulässt. Es kann nicht häufig genug betont werden, dass auch vermeintlich „falsche“ Aussagen den Lernprozess durchaus voranbringen.

Fehler als Chancen für Weiterentwicklung zu begreifen, ist ein erforderliches Umdenken nicht nur in der Schule. Ebenso können die Schüler selbst zum Angstabbau beitragen, indem sie jeden ihrer Mitschüler zumindest dadurch respektieren, dass sie sich nicht über ihre Aussagen lustig machen und sie vor allem nicht auslachen. Nicht zuletzt die Eltern sollten sich darüber im Klaren sein, dass auch sie unbewusst zu Versagensängsten beitragen können. Obwohl die Eltern berechtigterweise Leistungen von ihren Kindern verlangen, sollten sie dabei immer Augenmaß bewahren und nichts erwarten, was ihre Kinder objektiv nicht leisten können.

Fazit und Ausblick

Insgesamt sind die Entwicklungen an der Inselschule aus Sicht der Schülerinnen und Schüler durchaus erfreulich. Die objektiven Zahlen rücken vielleicht auch ein wenig das subjektive Empfinden der Beteiligten und die interne und öffentliche Wahrnehmung zurecht. Diese neigen dazu, einzelne Negativereignisse zu dramatisieren und so überzubewerten. Das liegt wohl daran, dass sich die schlechte Nachricht immer noch lieber und besser verbreitet als die gute und dass Kritik leichter über die Lippen kommt als Lob. Der Eindruck der überwiegenden Mehrheit der Schülerinnen und Schüler ist offensichtlich ein anderer und das ist gut für den Schulerfolg und das Ansehen der Schule.

Eines darf dabei allerdings nicht übersehen werden: Die Ergebnisse in den einzelnen Klassen fallen recht unterschiedlich aus. In zwei bis drei Klassen sind die Werte deutlich schlechter als es das Gesamtergebnis vermuten lässt. Fatalerweise fallen in diesen Klassen auch die Lernergebisse schlechter aus als im Durchschnitt der Schule. Offensichtlich besteht ein Zusammenhang zwischen Lernerfolg und Schulzufriedenheit.

Es wird Aufgabe der beteiligten Schüler und ihrer Lehrkräfte sein herauszufinden, ob die Unzufriedenheit zu eingeschränktem Schulerfolg führt oder umgekehrt. Wenn die Umfrage zu solchen Gesprächen führt, hat sie schon sehr viel erreicht.

Eine Fragestellung  muss sich die Inselschule unbedingt auf die Fahne schreiben:

Wie können wir es erreichen, dass möglichst kein Schüler mehr Angst haben muss, im Unterricht etwas falsch zu machen. Dieser Frage sollten sich alle gleichermaßen stellen:

Schüler, Lehrer, Schulleitung, aber auch die Eltern. Es wäre schön, wenn sich schon bei der nächsten Umfrage 2012/2013 diesbezügliche Erfolge erkennen ließen.